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Großes Brucknerkonzert im Wiener Musikverein unter Ricardo Luna

Am 22. Juni 2008 präsentierte der Wiener Madrigalchor unter der Leitung von Ricardo Luna im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins die zwei größten Chor-Orchesterwerke Anton Bruckners gemeinsam mit der Chorvereinigung Schola Cantorum (Einstudierung: Prof. Wolfgang Bruneder), den Vokalsolisten Ildikó Raimondi (Sopran), Lorena Espina (Alt), Alexander Kaimbacher (Tenor) und Marcos Fink (Bass) und dem Symphonieorchester der Wiener Volksoper.

Bei diesem Konzert war die Große Messe in f-Moll das Hauptwerk des Programms, denn es handelte sich dabei um die österreichische Erstaufführung der Fassung von 1883 in der kritischen Neuausgabe 2005, die von Paul Hawkshaw vorgelegt wurde.

Im Vergleich mit der bisher bekannten Version der Messe bietet diese Fassung interessante Änderungen sowohl in der Orchestrierung als auch im melodischen und harmonischen Bereich. Nicht zu unterschätzen ist der Effekt, den manche - hier fehlenden - Tempobezeichnungen erzeugen, die den Charakter bedeutender Stellen deutlich beeinflussen und somit den Weg zu einer neuen Interpretation ebnen.

Diese groß angelegte Messkomposition steht neben der Missa Solemnis von Beethoven, dem Requiem von Berlioz und Verdi und seinem eigenen Te Deum als Kirchenmusik für den Konzertsaal. Über die Uraufführung schrieb Bruckner am 23. Juni 1872 an Domdechant Schiedermayer nach Linz: „Eben heute sind es acht Tage, dass ich meine Messe in F Nr. 3, die schwierigste aller Messen, zum ersten Male in der Augustinerkirche aufführte. (...) Dem Höchsten zur Verherrlichung geschrieben, wollte ich das Werk zuerst in der Kirche aufführen. Die Begeisterung von Seiten der Künstler sowohl als der übrigen Anhörer war beinahe namenlos.“

Im zweiten Teil erklang das Te Deum, das als Gipfel des künstlerischen Schaffens des Komponisten betrachtet wird. So bezeichnete es Bruckner als “Stolz meines Lebens”: “Wenn mich der liebe Gott einst zu sich ruft und fragt: ‘Wo hast du die Talente, die ich dir gegeben habe?’, dann halte ich ihm die Notenrolle mit meinem Te Deum hin, und er wird mir ein gnädiger Richter sein.” Gustav Mahler setzte in sein Exemplar anstelle des Untertitels „für Chor, Solo-Stimmen…” die Worte: „für Engelszungen, Gottsucher, gequälte Herzen und im Feuer gereinigte Seelen”. Er rührte damit an das Innerste dieser Musik.



Der Wiener Madrigalchor präsentierte die Instrumentalmotetten von Bruckner in vier Bundesländern

Eine Stunde geistliche Musik, wie es sie selten zu hören gibt.

Der Wiener Madrigalchor präsentierte unter der Leitung von Mag. Ricardo Luna - seinem neuen künstlerischen Leiter - die Instrumentalmotetten von Bruckner in vier Bundesländern. Im April 2007 fanden die ersten beiden Konzerte statt, zuerst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Enzersdorf in Niederösterreich und dann in der Dom- und Stadtpfarrkirche St. Martin in Eisenstadt, Burgenland. Im Oktober desselben Jahres folgten das Benefizkonzert für den Wiener Stephansdom und als Krönung dieser Konzertreihe - in Bruckners oberösterreichischer Heimat - die Aufführung in der Stiftskirche Kremsmünster.

Es handelte sich dabei um ein Motetten-Programm, bei dem der Chor von Orgel und/oder Posaunen begleitet wird - im Gegensatz zu den allerorts bekannten A-cappella-Motetten von Bruckner. Als Instrumentalmotetten kann man auch die von Beethoven 1812 in Linz komponierten Drei Aequale für vier Posaunen und die Zwei Aequale für drei Posaunen von Bruckner (1847) bezeichnen.

Durch die Auswahl der Stücke wird ein Porträt Bruckners als Kirchenmusiker, Organist und Chorleiter gezeichnet, der während seines ganzen Lebens nicht nur große Symphonien, sondern auch eine beachtliche Anzahl von Chorwerken für den liturgischen Gebrauch geschrieben hat.

Das Programm wurde als musikalische Meditation - nach der idealen Forderung Bruckners - gestaltet, sodass es keine Pausen, keinen Applaus dazwischen gab.

Es spielten: ISTVÁN MÁTYÁS, Orgel; Wiener Posaunen Consort, Vokalsolisten und der WIENER MADRIGALCHOR unter der Leitung von RICARDO LUNA.